Damit Ihr Hund zu einem angenehmen Begleiter im Alltag wird, muss er das Kunststück lernen, unauffällig zu werden.

Erziehung soll den zu Erziehenden gesellschaftsfähig machen. Sie ist ein Kompromiss zwischen der Ausdehnung der eigenen Persönlichkeit und der Anpassung an die Gesellschaft.

Unter Erziehung verstehen wir daher den Prozess, der den Hund befähigt, ruhig, gelassen und angepasst auf die Anforderungen seiner Umgebung zu reagieren.

Erziehung ist somit ein sozialer Akt. Er verlangt vom Hundeführer, sich als Persönlichkeit aktiv einzubringen, Konflikte anzunehmen und das bedeutet oft Anstrengung und Reibung.

Reflektion, Eigenverantwortung, Einsicht und Vernunft können wir vom Hund nicht erwarten. Die soziale Verantwortung während der gesamten Lebensspanne des Hundes liegt daher beim Halter. Der Halter ist dafür verantwortlich, dass keinem anderen Lebewesen durch seinen Hund Schaden zugefügt wird und dass der eigene Hund niemanden belästigt.

Der Hund muss also lernen, sich am Menschen zu orientieren und sein Verhalten von dessen Vorgaben abhängig zu machen.
Impulskontrolle, Abbruchsignal, Standruhe und ein guter Grundgehorsam sind daher unsere Themen im Bereich Erziehung.

Erziehung ist aber weit mehr, als permanente Leckerligabe oder Bällchengeschmeiße. Alles, was der Hund aus seiner Welt kennt, braucht keine Dressur, sondern kann kommuniziert werden. Dazu gehören das freiwillige Folgen mit und ohne Leine, das Verweilen auf einem vorher definierten Platz, angepasstes Aggressionsverhalten, kontrolliertes Jagdverhalten und vieles andere mehr.

Nur was der Hund aus seiner Welt nicht kennt, muss ihm andressiert werden, wie zum Beispiel auf Sprachbefehle zu reagieren. Das ist zwar oft nützlich, aber nicht unbedingt notwendig für einen gut erzogenen Hund.

„Ein Hund, der zwar „Platz“ machen kann, aber beißt, ist vergleichbar mit einem Menschen, der vielleicht aufrecht am Tisch sitzt, aber außerhalb der Kontrolle die Oma vom Rad schubst.“ (Michael Grewe)

Damit der Hund seinerseits bereit ist, sich an seiner Bezugsperson zu orientieren und sich deren Führung anzuvertrauen, braucht der Mensch Stabilität, Glaubwürdigkeit und Authentizität. Hat der Mensch diese Eigenschaften nicht entwickelt, nimmt der Hund ihn nicht ernst. Wer keine Identität hat, behilft sich mit Identifikation. Aber der Hund durchschaut jedes „so tun als ob“. Einem Hund kann man nichts vorspielen.

Meistens wird unter Erziehung eines Hundes lediglich ein reiner Dressurakt verstanden. Der Hund lernt, „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“, was bedeutet, auf bestimmte Laute und/oder Gesten des Menschen ein erwünschtes Verhalten zu zeigen. Je nachdem wie gut dieses Verhalten konditioniert wurde, klappt das auch unter Ablenkung und ohne Leckerlis.- oder auch nicht. In diesem Zusammenhang fallen Sätze wie: Eigentlich hört er ja ganz gut …..